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20 Jahre Niebuell Tondern800Elektrifizierung der Bahnstrecke Niebüll – Dagebüll Mole

Bericht auf focus.de | 31.07.2020
Windstrom für Bahnverkehr zwischen Niebüll und Dagebüll

Bericht im Schleswig-Holstein Magazin | 31.07.2020
Elektrifizierung der Bahnstrecke Niebüll – Dagebüll Mole
Verfügbar bis 07.08.2020 | Beitragsbeginn ab 12:53 Minuten

Planung Oberleitung - Einladung zum Wettbewerb
Ausschreibung im Bereich Projekte

 

Strom aus der Region für die Region!
Minister für u. A. Verkehr und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Herr Dr. Bernd Buchholz (links im Bild), besuchte am Freitag, 31.07.2020, zusammen mit neg Geschäftsführer Ingo Dewald den kommenden Ort für die Versorgung der neuen Oberleitung zwischen Niebüll-Dagebüll Mole.

Weitere Informationen erteilt gerne
Anita Hallmann
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Tel.: +49 4661 980 88-42


neg Pressemeldung 31.7.2020
Energiewende auf der Schiene – Elektrifizierung der Strecke Niebüll-Dagebüll kommt voran –
Sicherung IC-Direktanbindung Amrum + Föhr

Errichtung einer Oberleitung – Strom zu 100 Prozent aus Nordfriesland

Beginnend mit der neg in Niebüll treibt das Land Schleswig-Holstein die Elektrifizierung des Eisenbahnverkehrs an der Westküste voran. Anlass ist das Bemühen, den touristisch bedeutsamen nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr über den Hafen Dagebüll auch in Zukunft eine IC-Direktverbindung zu ermöglichen. Ab 2024 sollen moderne Talgo-Züge die bisherigen Waggons ablösen. Ca. 40 % der IC-Reisenden nach Nordfriesland haben Dagebüll, Föhr und Amrum über die neg-Strecke zum Ziel. Für sie bieten die beiden Eisenbahngesellschaften IC-Kurswagen an. In Niebüll werden die Kurswagen mit Passagieren umsteigefrei zwischen den Zügen von DB Fernverkehr und neg ausgetauscht.

Die zukünftigen IC-Züge der DB Fernverkehr sollen mit zwei Zugteilen und jeweils einer E-Lok in Niebüll ankommen. Ab Itzehoe müssen die Züge b.a.w. mit Dieselloks gezogen werden. „Aufgrund der digitalen Zugsteuerung kann das herkömmliche neg-Fahrzeugmaterial nicht die Weiterbeförderung eines Zugteils von Niebüll nach Dagebüll übernehmen: Die so genannte Traktion muss entweder durch eine neu zu beschaffende Diesellok oder eben elektrisch mit der mitgeschleppten E-Lok erfolgen“, sagt Dewald.

Die Kosten der zwei notwendigen Dieselloks für die neg-Strecke Niebüll – Dagebüll entsprechen nach ersten Schätzungen in etwa der Installation einer Oberleitung inklusive der Gleise 1-3 des Bahnhofs Niebüll. Eine Besonderheit ist die Energieversorgung: Geplant ist die Einspeisung lokalen Öko-Stroms im Umspannwerk Gasthafen in Klockries bei Niebüll mit Transformation auf 15 Kilovolt / 16,7 Hertz entsprechend der für elektrische Züge gebräuchlichen Spannung. Der Strom wird dabei von 42 Windkraftanlagen mit 103 Megawatt installierter Leistung produziert.

Das Land unterstützt die Bemühungen der neg für die Elektrifizierung der Strecke und wird zunächst die Planungen finanzieren. Für eine 90-prozentige Bezuschussung des Projektes durch den Bund, wie sie im Klimapaket der Bundesregierung verankert ist, ist die Vorlage einer Entwurfsplanung und eine positive Nutzen-Kosten-Untersuchung die entscheidende Grundlage.

Der Bau einer Oberleitung ist planfeststellungsbedürftig. Ziel der neg ist, den Planfeststellungsantrag bis Ende 2021 beim Kieler Amt für Planfeststellung Verkehr einreichen zu können. Hierfür wurden zum Frühjahr die Planungsarbeiten aufgenommen.

Nach den Worten von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz sollen die Urlauber der Inseln Föhr und Amrum so auch weiterhin mit Fernzügen aus vielen Teilen des Bundesgebiets umsteigefrei den Fährhafen in Dagebüll erreichen können. „Ich hoffe, dass mit dieser Investition der Urlauberanteil, der die klimafreundliche Anreise wählt, noch steigen wird. Gleichzeitig kann der Ökostrom direkt vor Ort für den Transport der Züge genutzt werden und damit der CO2-Ausstoß gesenkt werden“, so Buchholz.


Nordfriesland Tageblatt / sh:z-ePaper
Mit Öko-Strom nach Föhr und Amrum
Damit der Fernverkehr Richtung Inseln nach 2024 gesichert bleibt, wird die Bahnstrecke von Niebüll nach Dagebüll elektrifiziert

Frank Jung NIEBÜLL Eigentlich ist die Eisenbahnstrecke von Niebüll nach Dagebüll ein Winzling im Vergleich zur Hauptroute entlang der Westküste von Hamburg nach Westerland: Über gerade mal 14 Kilometer erstreckt sich die Zubringertrasse zum Fährhafen Richtung Föhr und Amrum. Doch nun überholt David Goliath: Während eine Elektrifizierung von Itzehoe bis Sylt nach wie vor auf sich warten lässt, ist sie für die Stichachse Niebüll-Dagebüll in trockenen Tüchern. Bereits 2024 sollen dort Elektroloks Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn ziehen.

Im Beisein von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz hat die für die Trasse verantwortliche Nordfriesische Eisenbahngesellschaft (NEG) die Pläne gestern vorgestellt. Aufsehenerregend sind sie nicht nur verkehrs-, sondern auch energiepolitisch: Den 100-prozentig grünen Strom für den Fahrdraht liefern 42 Windkraftanlagen vom Niebüller Stadtrand. Die Öko-Energie ist der Clou, um die Kosten von grob zehn Millionen Euro überhaupt zu finanzieren: 90 Prozent davon kommen nach den Worten Buchholz’ aus dem Klimaschutzpaket des Bundes. Die übrige rund eine Million werde das Land beisteuern.

Neben dem praktischen Nutzen misst der FDP-Politiker dem Projekt auch eine Signalwirkung bei: „Es geht auch darum, prototypische Sachen aufzubauen und zu zeigen, was man als innovative Energieregion so machen kann.“ Ohne den ehrgeizigen Schritt drohen die beiden touristisch schwergewichtigen Inseln vom Bahnfernverkehr abgehängt zu werden. Grund ist, dass die Deutsche Bahn 2024 auf der Marschbahn die jetzigen Intercity-Züge ausmustert. Sie werden durch eine Neukonstruktion des spanischen Herstellers Talgo ersetzt. „Wegen der digitalen Zugsteuerung der Neuanschaffung kann unser herkömmliches Fahrzeugmaterial nicht mehr die Weiterbeförderung von Waggons nach Dagebüll übernehmen“, erklärt NEG-Geschäftsführer Ingo Dewald. Er hätte deshalb zwei moderne, mit den Talgo-Waggons kompatible Dieselloks kaufen müssen. Nach Dewalds Worten hätten die Kosten dafür annähernd denen der nun bevorzugten Oberleitung entsprochen.

So lange nördlich von Itzehoe Fahrdraht fehlt, werden die Talgo-Züge von dort wie die heutigen Intercity-Züge von zwei Dieselloks geschleppt. Die Talgo-Lok wird inaktiv ebenfalls als Bestandteil des Zuges gen Nordfriesland mitgeführt. Wenn Niebüll erreicht ist, übernimmt sie dann wieder die Beförderung eines Zugteils bis nach Dagebüll. Der andere Zugteil rollt mit den Dieselloks weiter nach Westerland.

Während heute im Sommer täglich vier Fernverkehrsanbindungen zwischen Niebüll und Dagebüll pro Richtung fahren, rechnet Dewald ab 2024 mit bis zu sieben. Die DB will Talgo-Züge ab Karlsruhe, Köln und Berlin an die Westküste schicken. „Ich hoffe, dass mit dieser Investition der Urlauberanteil, der die klimafreundliche Anreise wählt, noch steigen wird, sagte Buchholz. Bereits jetzt haben laut NEG-Angaben immerhin 40 Prozent der IC-Passagiere ab Niebüll Föhr oder Amrum als Ziel, 60 Prozent Sylt. Die Projektverantwortlichen rechnen damit, nach Klärung von Detailfragen Ende kommenden Jahres den Antrag auf Planfeststellung zu stellen. Das entspricht einem Bauantrag.

Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen ist nicht der einzige, der hofft, dass von der Elektrifizierung der kleinen Stichtrasse ein erhöhter Druck für den gleichen Schritt auch auf der Marschbahn durch den Bund ausgeht. „Natürlich ist das jetzt hier noch nicht der ganz große Wurf“, so Lorenzen. „Aber haben gelernt, Schritt für Schritt zu nehmen. Wir gehen jetzt hinten rum und zeigen, dass es geht. Dann kommt der nächste Schritt.“

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